Ronja lag im Bett, als es anfing zu regnen.

Erst kam ein Tropfen gegen das Fenster. Dann noch einer. Dann viele.

Ronja zog die Decke bis zur Nase und hörte zu.

Der erste Tropfen, den sie genau hörte, war dick. Er landete mit einem Plopp auf dem Fensterbrett. Ronja nannte ihn Plumps.

Dann kam ein schneller. Der klopfte zweimal kurz hintereinander, als hätte er es eilig. Ronja nannte ihn Flitz.

Einer tropfte von der Regenrinne, immer an dieselbe Stelle. Tock. Tock. Tock. Das war Herr Tock.

Einer rutschte an der Scheibe herunter und machte gar kein Geräusch. Ronja sah ihn nur, weil die Straßenlaterne ihn glänzen ließ. Der hieß Leise.

Plumps.

Flitz, flitz.

Tock.

Ronja wartete auf Leise, aber Leise hört man ja nicht.

Die Tropfen wurden weniger.

Plumps kam nur noch manchmal.

Flitz hatte es nicht mehr eilig.

Herr Tock tockte langsamer.

Tock.

Tock.

Ronja zählte die Pausen dazwischen. Sie wurden länger.

Tock.

Ronja wollte hören, welcher Tropfen der letzte sein würde.

Aber sie hörte es nicht mehr. Irgendwann zwischen zwei Tocks war sie eingeschlafen.

Am Morgen war das Fensterbrett noch nass. Ein einziger Tropfen hing unten an der Regenrinne und traute sich nicht.