Lottes Schlafanzug hatte ein Loch. Es war am Ellbogen, und es war ungefähr so groß wie eine Erbse.
„Der kommt weg", sagte Mama.
Lotte hob den Arm und schaute durch das Loch.
Sie sah die Lampe. Die Lampe war jetzt ganz klein und rund, wie ein Knopf, der leuchtet.
Sie drehte den Arm ein bisschen. Jetzt sah sie ein Stück von Mama. Ein Auge und eine Augenbraue. Die Augenbraue ging gerade nach oben.
„Was machst du da?", fragte Mama.
„Gucken", sagte Lotte.
Sie drehte den Arm weiter. Das Fenster. Draußen war es dunkel, aber durch das Loch sah man genau einen Stern. Nur einen. Die anderen passten nicht rein.
Dann das Bücherregal. Durch das Loch sah man nur einen Buchrücken, den roten. Lotte wusste nicht mehr, welches Buch das war. Durch das Loch sah es aus wie ein ganz neues.
Dann ihre eigenen Füße unter der Decke. Die sahen aus wie zwei Hügel.
Mama setzte sich auf die Bettkante.
„Darf ich auch mal?"
Lotte hielt ihr den Arm hin. Mama beugte sich vor und kniff ein Auge zu.
Sie schaute lange. Länger, als Lotte gedacht hätte.
„Was siehst du?", fragte Lotte.
„Dich", sagte Mama.
Dann richtete sie sich auf und zog die Decke zurecht.
„Der bleibt", sagte sie.
Lotte legte den Arm neben das Kissen, das Loch nach oben. So konnte der Stern noch ein bisschen hereinschauen, während sie schlief.
Mein Traumheld