Paul hatte ein Fenster über seinem Bett. Wenn er auf dem Rücken lag, sah er genau hinaus.

An diesem Abend war der Himmel klar. Und in dem Stück Himmel, das in Pauls Fenster passte, waren sieben Sterne.

Paul zählte sie. Sieben. Er zählte noch mal. Immer noch sieben.

Da blinkte einer.

Paul setzte sich auf. Der Stern blinkte wieder, zweimal kurz.

„Meinst du mich?", flüsterte Paul.

Der Stern blinkte dreimal.

Paul verstand nicht, was das heißen sollte. Aber dann fiel es ihm ein: Vielleicht war das gar keine Sprache. Vielleicht war das eine Frage.

„Ich weiß nicht, wie ihr heißt", sagte Paul.

Alle sieben Sterne blinkten gleichzeitig.

„Soll ich euch Namen geben?"

Sieben Sterne, sieben Blinken.

Paul legte sich zurück. Er schaute den ersten Stern an, den ganz links.

„Du heißt Otto", sagte er.

Otto blinkte einmal. Das hieß wohl ja.

„Und du daneben, du heißt Marla."

Marla blinkte.

„Du bist Bimbo." Paul kicherte. „Tut mir leid. Aber du siehst aus wie ein Bimbo."

Der Stern blinkte trotzdem.

„Du heißt Frau Schneider, wie meine Erzieherin. Und du heißt Kartoffel."

Paul gähnte.

„Du heißt … du heißt …"

Der sechste Stern wartete geduldig.

„Du heißt Schlaf", sagte Paul.

Und der siebte, ganz rechts, ganz klein?

Paul schaute ihn an. Er wollte etwas sagen, aber die Augen wurden ihm schwer, und der Stern verschwamm zu einem kleinen weichen Fleck.

„Du heißt …", murmelte Paul.

Dann schlief er ein.

Der siebte Stern blinkte noch eine Weile. Er wartete.

Er wartet heute noch. Jede Nacht steht er da, ganz rechts, ganz klein, und hofft, dass Paul irgendwann lange genug wach bleibt.

Bisher hat es noch nie geklappt.