Pia und Oma waren auf dem Heimweg. Es hatte geregnet, und jetzt war es Abend.

Auf dem Gehweg lag eine Pfütze. Pia blieb stehen.

In der Pfütze lag der Mond.

„Oma", sagte Pia. „Der Mond ist runtergefallen."

Oma schaute in die Pfütze. „Tatsächlich", sagte sie.

Pia beugte sich vor. Der Mond war rund und hell und lag ganz still da. Man hätte ihn einfach aufheben können.

Pia streckte einen Flügel aus und tippte hinein.

Der Mond wackelte. Er zerfiel in viele kleine Stücke, die hin und her schwappten.

Pia zog den Flügel schnell zurück.

„Ich hab ihn kaputtgemacht."

„Warte mal", sagte Oma.

Sie warteten. Die Stücke wurden ruhiger. Sie schwammen zusammen, eins nach dem anderen, und dann lag der Mond wieder da, rund und ganz.

„Er repariert sich selbst", sagte Pia.

„Das kann er gut", sagte Oma.

Pia überlegte, ob man ihn in einem Eimer mitnehmen könnte. Aber sie hatten keinen Eimer. Und Oma sagte, der Mond sei es gewohnt, draußen zu schlafen.

Also gingen sie weiter. Pia drehte sich noch zweimal um.

Zu Hause, als sie im Bett lag, schaute sie aus dem Fenster.

Da war er. Rund und hell, genau über dem Dach vom Nachbarn.

„Oma", rief Pia. „Er ist mitgekommen!"

Oma kam ins Zimmer und schaute hinaus.

„Tatsächlich", sagte sie.

Und sie sagte nichts, was dagegen gesprochen hätte.