Oma übernachtete im Zimmer neben Mats. Dazwischen war nur eine Wand, und die war dünn.
Mats lag im Bett und hatte die Augen schon zu. Dann kam das Geräusch.
Es klang wie ein Traktor, der nicht anspringen will.
Mats setzte sich auf. Das war Nummer eins.
Nummer zwei klang wie ein Bär, der etwas sucht und es nicht findet.
Nummer drei war kurz. Wie ein Staubsauger, den jemand gleich wieder ausmacht.
Mats legte sich wieder hin und zählte weiter.
Nummer vier war ein Pfeifen. Nummer fünf war ein Brummen mit Pfeifen hinten dran. Nummer sechs klang wie Papas Auto im Winter.
Bei Nummer neun machte Oma eine Pause. Mats hielt die Luft an. War sie wach?
Dann kam Nummer zehn, und Mats atmete wieder.
Elf. Zwölf. Dreizehn war ganz leise, fast nur ein Seufzen. Vierzehn war wieder der Traktor.
Mats kannte sie jetzt alle. Sie kamen immer wieder, jedes Mal in einer anderen Reihenfolge, wie ein Lied, das man schon ein bisschen mitsingen kann.
Fünfzehn.
Sechzehn.
Bei siebzehn wusste er nicht mehr, ob er schon bei siebzehn gewesen war. Er fing noch mal bei fünfzehn an.
Sechzehn.
Achtzehn.
Irgendwo fehlte einer. Mats wollte ihn suchen, aber seine Augen waren zu schwer dafür.
Nummer neunzehn hörte er nicht mehr.
Am nächsten Morgen saß Oma am Frühstückstisch und rührte in ihrem Kaffee.
„Ich habe kein Auge zugetan", sagte sie.
Mats sagte nichts. Er aß sein Brot und dachte an den Bären.
Mein Traumheld