Juna lag im Bett. Das Licht war aus.
Auf der Kommode stand der Käfig von Krümel. Krümel war ein Hamster, und Krümel war wach.
Quietsch, machte das Laufrad.
Quietsch. Quietsch. Quietsch.
„Krümel", flüsterte Juna. „Es ist Nacht."
Krümel hielt an. Er setzte sich auf die Hinterbeine und schaute durch die Gitter.
„Genau", sagte Krümel. „Deshalb."
„Nachts schläft man", sagte Juna.
„Nachts arbeitet man", sagte Krümel. „Tagsüber schläft man. Das weiß doch jeder."
Juna dachte nach. Tagsüber lag Krümel wirklich immer in seinem Häuschen und rührte sich nicht, auch wenn man an die Gitter klopfte.
„Und was arbeitest du?", fragte sie.
„Laufen", sagte Krümel. „Das Rad dreht sich nicht von allein."
„Wohin läufst du denn?"
Krümel schaute das Rad an. Dann schaute er Juna an.
„Das ist nicht so wichtig", sagte er.
Sie schwiegen eine Weile. Draußen fuhr ein Auto vorbei.
„Ich kann aber nicht schlafen, wenn es quietscht", sagte Juna.
„Und ich kann nicht arbeiten, wenn du redest", sagte Krümel.
Das stimmte beides.
„Du könntest leise laufen", sagte Juna.
„Du könntest laut schlafen", sagte Krümel.
Juna wusste nicht genau, wie man laut schläft. Aber sie versuchte es. Sie atmete tief ein und tief aus, so wie Papa, wenn er vor dem Fernseher einschläft.
Krümel stieg wieder in sein Rad. Diesmal lief er langsam. Es quietschte kaum.
Juna atmete ein. Das Rad drehte sich. Juna atmete aus. Das Rad drehte sich weiter.
Nach einer Weile war nicht mehr klar, wer von beiden den Takt vorgab.
Um drei Uhr nachts hielt Krümel an und schaute zum Bett hinüber.
Juna schlief tatsächlich laut.
„Gute Arbeit", sagte Krümel und lief weiter.
Mein Traumheld