Die kleine Eule konnte erst schlafen, wenn sie allen Gute Nacht gesagt hatte.

Das dauerte.

„Gute Nacht, Lampe."

Die Lampe war schon aus.

„Gute Nacht, Stuhl."

Auf dem Stuhl lag die Hose von heute.

„Gute Nacht, Hose."

Die kleine Eule überlegte, ob die Hose dazugehörte oder ob der Stuhl reichte. Sie entschied sich für beides.

„Gute Nacht, Fenster. Gute Nacht, Vorhang. Gute Nacht, der Fleck an der Decke, der aussieht wie ein Schiff."

Der Fleck sah schon lange aus wie ein Schiff. Niemand wusste, woher er kam.

„Gute Nacht, Schuh."

Der zweite Schuh war nicht da. Der zweite Schuh war nie da.

„Gute Nacht, anderer Schuh, wo immer du bist."

Draußen war es still. Drinnen auch.

Die kleine Eule legte sich hin und zog die Decke hoch.

Dann fiel ihr ein, dass sie noch jemanden vergessen hatte.

„Gute Nacht, ich", sagte sie.

Und irgendwo im Zimmer, ganz leise, sagte etwas zurück: „Gute Nacht."

Die kleine Eule machte die Augen nicht mehr auf. Sie wusste, dass sie am Morgen nachschauen konnte.

Am Morgen schaute sie nach.

Da war nichts. Nur der Fleck an der Decke, der aussah wie ein Schiff, und der zweite Schuh, der jetzt unter dem Bett lag.