Am Teich wohnte eine kleine Ente. Sie hieß Piet, und Piet hatte Angst vor dem Dunkeln.

Am Tag war alles gut. Am Tag war der Teich blau und die Schilfhalme waren grün und man konnte den Grund sehen.

Aber wenn die Sonne unterging, wurde der Teich schwarz. Und im Schwarzen konnte alles sein.

„Da ist nichts", sagte Mama Ente jeden Abend.

„Aber ich sehe es nicht", sagte Piet. „Wie kannst du wissen, dass da nichts ist, wenn man es nicht sieht?"

Darauf wusste Mama Ente keine Antwort.

Eines Abends saß Piet am Ufer und traute sich nicht ins Wasser. Da kam ein Frosch vorbei.

„Warum sitzt du hier?", fragte der Frosch.

„Weil es dunkel ist."

Der Frosch setzte sich neben Piet. „Kann ich dir was zeigen?"

Piet nickte, obwohl er sich nicht sicher war.

„Mach die Augen zu", sagte der Frosch.

„Aber dann ist es noch dunkler!"

„Genau. Mach zu."

Piet machte die Augen zu. Es war schwarz. Ganz schwarz.

„Und jetzt hör hin", sagte der Frosch.

Piet hörte hin.

Er hörte das Wasser. Ganz leise, wie es an das Ufer schwappte, immer wieder.

Er hörte das Schilf, wie es raschelte, wenn der Wind hindurchging.

Er hörte weit weg eine Eule rufen, zweimal.

Und er hörte Mama Ente atmen, ein paar Schritte hinter ihm.

„Was hörst du?", fragte der Frosch.

„Den Teich", sagte Piet. „Und das Schilf. Und Mama."

„Genau", sagte der Frosch. „Und das sind alles Sachen, die auch am Tag da sind. Sie sind nicht weg. Sie sind nur unsichtbar geworden."

Piet machte die Augen auf. Der Teich war immer noch schwarz.

Aber jetzt wusste er, was darin war.

Da war das Wasser, das ans Ufer schwappte. Da war das Schilf. Da war die Eule, ziemlich weit weg. Und da war Mama, ein paar Schritte hinter ihm.

Piet stand auf und watschelte ins Wasser. Es war warm vom Tag.

„Danke", sagte er zum Frosch.

Aber der Frosch war schon weg. Man hörte ihn nur noch, irgendwo im Schilf.

Und das war auch in Ordnung.