Bruno war ein Hund, und Bruno hatte eine Aufgabe.

Jede Nacht, wenn der Mond aufging, stellte Bruno sich in den Garten und bellte ihn an.

„Wuff!", machte Bruno.

Der Mond sagte nichts.

„Wuff! Wuff!"

Der Mond sagte immer noch nichts.

Das machte Bruno seit sechs Jahren. Jede einzelne Nacht. Und der Mond hatte noch nie geantwortet.

Die Nachbarn fanden das nicht gut. Brunos Familie fand das auch nicht gut. Nur Bruno fand es wichtig.

Und dann kam diese eine Nacht.

Bruno stellte sich in den Garten. Der Mond stand groß und weiß über dem Dach.

„Wuff!", machte Bruno.

Und der Mond machte: „Wuff."

Bruno erschrak so sehr, dass er sich hinsetzte.

„Wuff?", fragte er vorsichtig.

„Wuff", sagte der Mond.

Bruno legte den Kopf schief. „Du kannst ja sprechen!"

„Ich kann nur das eine Wort", sagte der Mond. „Ich habe es von dir gelernt. Du sagst es jede Nacht."

Bruno wusste nicht, was er antworten sollte.

„Warum bellst du mich eigentlich an?", fragte der Mond.

Bruno überlegte lange.

„Damit du nicht so allein bist", sagte er schließlich.

Der Mond war eine Weile still.

„Oh", sagte er dann.

Und weil Monde nicht weinen können und Hunde nicht gut trösten können, saßen die beiden einfach zusammen da, der eine im Garten und der andere am Himmel, bis Bruno umkippte und einschlief.

Am nächsten Abend bellte Bruno wieder.

Und der Mond bellte zurück.

Die Nachbarn hörten immer nur den Hund. Die Nachbarn hören nie das Wichtige.