In der Scheune stand ein Traktor. Er war grün, er war alt, und er hieß Fritz.
Draußen war es dunkel. Die Hühner schliefen. Der Hofhund schlief. Sogar die Fliegen schliefen, und Fliegen schlafen fast nie.
Fritz stand da und ließ den Tag noch einmal durch seinen Motor laufen.
Am Morgen war er über das große Feld gefahren. Hin und her, hin und her, in geraden Linien. Hinter ihm waren die Möwen geflogen und hatten geschrien wie verrückt.
Am Mittag hatte der Bauer sein Brot auf dem Kotflügel abgestellt. Es hatte nach Butter gerochen.
Am Nachmittag war das kleine Mädchen gekommen. Sie hatte auf dem Sitz gesessen und das Lenkrad gedreht, obwohl der Motor gar nicht lief.
„Brumm", hatte sie gesagt. „Brumm, brumm."
Fritz hatte nichts gesagt. Traktoren sagen nie viel. Aber er hatte sich sehr gefreut.
Und dann, am Abend, war er zurück in die Scheune gefahren. Der Motor war noch warm. Er war jetzt noch warm.
Fritz seufzte. Es klang wie ein Ventil, das Luft ablässt.
In der Ecke raschelte es. Die Maus war aufgewacht.
„Schläfst du schon?", fragte die Maus.
„Traktoren schlafen nicht", sagte Fritz. „Traktoren stehen."
„Und was machst du dann die ganze Nacht?"
Fritz überlegte.
„Ich denke an das Feld", sagte er.
Die Maus nickte. Dann kroch sie zurück in ihr Loch.
Der Motor wurde langsam kühl. Das Öl wurde dick und schwer. Irgendwo tropfte etwas, ganz gleichmäßig: tock, tock, tock.
Und Fritz stand in der Scheune und dachte an das Feld, an die Möwen und an das kleine Mädchen mit dem Lenkrad.
Am Morgen würde er wieder fahren.
Aber jetzt war Nacht, und jetzt durfte er einfach nur stehen.
Mein Traumheld